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Frauen erhalten in unserer Praxis Hilfe und Unterstützung, ohne unter Druck gesetzt zu werden.
Wir Frauenärztinnen hören unseren Patientinnen aufmerksam zu.
Weltweit erlebt fast jede dritte Frau in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt, das sind rund eine Milliarde Frauen und Mädchen [1]. Viele Betroffene zögern, medizinische Hilfe in Anspruch zu nehmen, oft aus Angst, zu einer Anzeige gedrängt zu werden. Denn Gewalt an Frauen wird häufig im eigenen Zuhause verübt. In vielen Fällen bestehen Abhängigkeiten, wie beispielsweise gemeinsame Kinder oder finanzielle Bindungen. Sich aus diesen Abhängigkeiten zu lösen, ist für viele Betroffene mit großen emotionalen, sozialen und finanziellen Belastungen verbunden. Die regelmäßigen Vorsorgetermine in der Frauenarztpraxis bieten die Gelegenheit, frühzeitig in einem sicheren Umfeld Unterstützung zu erhalten. wir Frauenärztinnen genießen durch die Schweigepflicht ein hohes Vertrauen. Wir möchten eine entscheidende Rolle spielen, körperliche oder sexuelle Gewalt zu erkennen und Hilfe anzubieten.
Wir Frauenärztinnen helfen, ohne unter Druck zu setzen, wie ermöglichen ein vertrauensvolles Verhältnis, informieren Sie, ohne Druck
Ärztinnen und das Praxispersonal sprechen behutsam mit der betroffenen Patientin über ihre Situation und klären die Art der Gewalt, akute Gefahr und gesundheitliche Folgen ab.
Verletzungen werden behandelt und gegebenenfalls medizinische Untersuchungen durchgeführt.
Wir informieren über mögliche Hilfsangebote wie Frauenhäuser oder Beratungsstellen für häusliche Gewalt und vermitteln an Interventionsstellen oder Frauennotrufe.
Alles, was in der Praxis besprochen wird, unterliegt der ärztlichen Schweigepflicht. Sie entscheiden selbst, ob sie weitere Schritte unternehmen wollen.
Auf Wunsch kann die Praxis direkt Kontakte zu spezialisierten Beratungsstellen herstellen oder Termine vereinbaren.
Als Ihre Frauenärztinnen dürfen wir – mit Einwilligung – Befunde dokumentieren, die helfen können, sollten Sie sich später für eine Anzeige entscheiden. Daneben gibt es die vertrauliche Spurensicherung (VSS), bei der Beweise vertraulich und ohne sofortige Anzeige gesichert werden.
Eine Übersicht an Anlaufstellen gibt es hier: https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/vertrauliche-spurensicherung.html
Gewalterfahrungen haben langfristige Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit von Frauen und Mädchen
Gewalterfahrungen haben langfristige Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit von Frauen und Mädchen.
Dazu zählen akute Verletzungen, die in unserer Praxis erkannt und behandelt werden. Zudem beraten und begleiten wir Betroffene bei den Folgen körperlicher und sexueller Gewalt, etwa bei chronischen Unterbauchschmerzen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, sexuellen Funktionsstörungen, wiederkehrenden Infektionen, Narbenbildung im Intimbereich oder einer verminderten Empfindungsfähigkeit.
Auch bei psychischen Belastungen wie Angststörungen, Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leisten wir einen wichtigen Beitrag, indem wir Sie an geeignete psychologische und unterstützende Hilfsangebote vermitteln.
Wir hören zu und vermitteln Unterstützung.
Neue Leitlinie zur Versorgung nach sexualisierter Gewalt
Um die Versorgung von betroffenen Frauen weiter zu verbessern, hat das Fachgebiet im Januar 2026 seine Handlungsempfehlungen aktualisiert [2]. Die neue AWMF-Leitlinie zur medizinischen Versorgung nach sexualisierter Gewalt soll sicherstellen, dass Frauen bundesweit eine fachgerechte, traumasensible und rechtssichere Versorgung erhalten.
Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen (https://www.hilfetelefon.de/) unter 116 016 wenden. Die Telefonnummer ist vertraulich, kostenfrei und bietet rund um die Uhr barrierefreie und anonyme Beratung auf Deutsch und 18 Fremdsprachen an.
Quellen und weitere Informationen:
[1] https://www.onebillionrising.de/
[2] https://www.bvf.de/aktuelles-presse/pressemitteilungen/meldung/medizinische-versorgung-nach-sexualisierter-gewalt-neue-leitlinie-staerkt-frauenversorgung-nach-sexualisierter-gewalterfahrung/
Quelle: Pressemitteilung des Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte e.V. (BVF), München, den 12.02.2026